Suppenschüssel, so lautet der Name der Spielstätte, in der wir an diesem Tag zu Gast sind und die zu drei Viertel gefüllt ist. Das allseits beliebte: "Blau und weiss, wie lieb ich dich!" hallt durch die Arena, gefolgt vom Jingle des Hauptsponsors, einem Hersteller von Papiertaschentüchern. Eine gute Wahl angesichts des Regenwetters. Seynabou N'Dao ist heute die Schiedsrichterin. Ihre Assistentinnen sind Saltanat Abilova und Hélène Diambilayi.
Spurtstarke Spielerinnen und ihre technisch veranlagten Kolleginnen dürften heute so ihre Probleme bekommen, die Sportsfreundinnen mit eher physischer Spielanlage dürften heute im Vorteil sein.
Und damit ein herzliches Willkommen an den Empfangsgeräten, liebe Sportsfreundinnen und Sportsfreunde!
Shinobis konzentrierte die Angriffsbemühungen verstärkt auf die Flügel. Das Team schien dies fantastisch verinnerlicht zu haben.
Es war offensichtlich, dass die Spielerinnen von Ladies heute vor allem über die Flügel angriffen. Diese Taktik war im Training übernatürlich eingeübt worden.
Gemäß der taktischen Vorgabe setzten die Shinobis-Spielerinnen ihre Anweisungen um: Raus aus der Mitte, Attacke über die Flügel.
Vorbei! Der über dem Gästetor kreisende Kranich kreischt krächzend in Richtung der konsterniert dreinblickenden Angreiferin. Da war mehr drin!
Eine millimetergenaue Flanke von Hannah Immler köpfte Henriette Pieptobak kraftvoll per Aufsetzer ins Netz. 19 Minuten waren gespielt, es stand nun 0 - 1.
Die Instruktionen vor dem Spiel waren bei Ladies eindeutig. Daher wurden die Anspielmöglichkeiten im Sturmzentrum auch ignoriert und das Spiel auf die Außenpositionen verlagert.
Ein fabelhafter Doppelpass auf der linken Seite sorgte in der 21. Minute dafür, dass Sophia Murschall gänzlich frei von Gegenspielerinnen auf das Tor der Gastgeberinnen zulaufen konnte. Souverän spielte sie die Torfrau aus und schob den Ball zum 0 - 2 ins Netz.
澪 (Mio) 白石 (Shiraishi) von Shinobis sah nach 28 Minuten wegen eines Fouls die Gelbe Karte.
Kassandra Brooks schlug sich in der 29. Minute durch die Verteidigung des Heimteams und hätte fast für Ladies getroffen, doch die linke Verteidigerin kratzte den Ball gerade noch von der Linie.
36 Minuten gespielt: Nach einer schönen Flanke von links kam Hanna Pataj im Strafraum völlig frei zum Schuss. Aber bei dieser Schusshaltung war es nicht verwunderlich, dass der Ball gut 5 Meter über den Querbalken ging. Kein Tor für Ladies.
Ein von Miroslava Piatova schnell ausgeführter Freistoß in der 41. Minute brachte fast ein weiteres Tor für die Gastmannschaft, aber der Ball ging zwei Meter neben den linken Pfosten.
Pause, Spielstand 0 - 2.
Ladies erreichte laut HT-Datenbank 58 Prozent Ballbesitz.
Bei einem vielversprechenden Schuss der über rechts gekommenen Corinna Lortzing deutete in der 48. Minute alles auf ein weiteres Tor für Ladies hin. Die Verteidigung konnte aber auf der Torlinie klären.
77 Minuten waren gespielt, als Hanna Pataj beinahe einen Treffer für Ladies erzielt hätte. Sie brach durch das Abwehrzentrum der Gastgeberinnen und zog kurz vor der Strafraumgrenze ab, doch ihr Schuss zischte ganz knapp über die Latte.
Ladies nutzte einen Fehler auf der rechten Abwehrseite der Heimmannschaft und baute den Vorsprung durch Hanna Pataj zum 0 - 3 in der 82. Minute aus.
Nach 86 Spielminuten war es Henriette Pieptobak, die eine große Torgelegenheit für Ladies hatte. Einen Pass von rechts nahm sie volley, aber 美優 (Miyu) 村松 (Muramatsu) stand genau richtig und klärte zur Ecke.
Salome Kuderna hätte in der 87. Minute nach einem Angriff über links ein weiteres Tor für ihr Team erzielen können, aber ihr Schuss traf nur den Pfosten.
Die Begegnung endete 0 - 3.
Statistikerinnen im Stadion ermittelten 60 Prozent Ballbesitz für Ladies.