Fribourg Sportpark, so lautet der Name der Spielstätte, in der wir an diesem Tag zu Gast sind und die zu drei Viertel gefüllt ist. Das allseits beliebte: "Blau und weiss, wie lieb ich dich!" hallt durch die Arena, gefolgt vom Jingle des Hauptsponsors, einem Hersteller von Papiertaschentüchern. Eine gute Wahl angesichts des Regenwetters. Andrea Calvo ist heute die Schiedsrichterin. Ihre Assistentinnen sind Mila Bojadzievska und Iris Patteri.
Spurtstarke Spielerinnen und ihre technisch veranlagten Kolleginnen dürften heute so ihre Probleme bekommen, die Sportsfreundinnen mit eher physischer Spielanlage dürften heute im Vorteil sein.
Wenn ich hingegen die Aufstellungen des heutigen Tages lese - so verstehe ich. 11 gegen 11, gleich kann es losgehen.
Die Spielerinnen von Paderborn waren mit ihren Gedanken wohl schon beim nächsten Spiel - jedenfalls schienen sie das gegnerische Team nicht besonders ernst zu nehmen.
Und wie so oft wird sie gestoppt von der dichtstehenden Abwehr von Paderborn. Gut gemacht!
Nach einem langen Pass aus der Abwehr von Paderborn lief Annegret Preiß in der 9. Spielminute völlig frei auf die gegnerische Torwartin zu, die aber im richtigen Moment abtauchte, so dass die Konterchance durch die Mitte vertan war.
Ein Anfängerfehler von Luna Kerns führte in der 30. Minute zu einer Großchance. Dass man vor dem Strafraum nicht quer spielt, lernt man eigentlich in der D-Jugend! Nur um Zentimeter ging der Schuss von Dagmar Ziedler am Tor vorbei – Pech für Paderborn.
Ein zügig vorgetragener Angriff über die rechte Seite führte dazu, dass die Gäste in der 31. Minute mit 0 - 1 in Führung gingen. Dorothea Tomandl war mit einem satten Schuss die Torschützin - die Anhänger von Paderborn feierten sie mit Sprechchören. Ein präziser Pass von Annegret Preiß machte das Tor überhaupt erst möglich.
Trotz einer Freistoßsituation in aussichtsreicher Position versuchten die Paderborn-Spielerinnen mit einer Passkombination, eine ihrer Akteurinnen in eine gute Schussposition zu bringen. Doch Ylva Espa kam an den entscheidenden Pass nicht heran, der Ball landete im Toraus. So blieb es in der 32. Minute beim 0 - 1.
Abseits? Erna Branco wollte es nicht wahrhaben, dass sie in der 35. Minute zurückgepfiffen wurde, und drosch wutentbrannt den Ball auf die Tribüne. Klarer Fall: Die Fribourg-Akteurin sah dafür die Gelbe Karte.
Bratwürste und Bierbecher segelten in Richtung Eckfahne, als die Gäste in der 36. Minute auf 0 - 2 erhöhten. Torschützin Annegret Preiß ließ sich nach ihrem Alleingang auf dem linken Flügel von ihren Kameradinnen feiern - glücklich hechelnd, wie es auch die Hunde der Ordner angesichts der unverhofften Zwischenmahlzeit taten. Ein wichtiger Pass zum richtigen Zeitpunkt: Lieselotte Kegel bereitete das Tor exzellent vor.
Bei einer Ecke in der 37. Minute sprang Lieselotte Kegel eine Etage höher als ihre Gegenspielerinnen. Trotzdem gelang es ihr nicht, den Ball für Paderborn im Netz unterzubringen. Weiter 0 - 2.
38 Minuten gespielt: Nach einer schönen Flanke von links kam Ilka Sonne im Strafraum völlig frei zum Schuss. Aber bei dieser Schusshaltung war es nicht verwunderlich, dass der Ball gut 5 Meter über den Querbalken ging. Kein Tor für Paderborn.
Bei einem vielversprechenden Schuss der über rechts gekommenen Ylva Espa deutete in der 39. Minute alles auf ein weiteres Tor für Paderborn hin. Die Verteidigung konnte aber auf der Torlinie klären.
Die Teams gingen mit einem 0 - 2 in die Kabinen.
Paderborn erreichte laut HT-Datenbank 59 Prozent Ballbesitz.
Der Freistoß von Adèle Caplazi in der 57. Minute war wirklich gut, aber die Parade der Gästetorfrau war noch besser! Kein Tor für Fribourg, es blieb beim 0 - 2.
Paderborn nutzte einen Fehler auf der rechten Abwehrseite der Heimmannschaft und baute den Vorsprung durch Ilka Sonne zum 0 - 3 in der 61. Minute aus.
Kein Tor! Was für ein Reflex von Eveline Imhof! Sie lenkt den Ball noch so gerade über den Querbalken.
Eine Stolpereinlage auf der linken Abwehrseite des Heimteams ermöglichte es Annegret Preiß, in der 68. Minute alleine auf das gegnerische Tor zuzulaufen. Sie verlud die Keeperin lässig zum 0 - 4 für Paderborn.
Da hatte Erna Branco wohl zu viel Zeit zum Nachdenken.
Nach 75 gespielten Minuten entschloss sich die Paderborn-Trainerin, Renate Haimbuchner durch Malina Schmiedehaus zu ersetzen.
Darauf hatte Lina Schirge schon länger gewartet. Nach 75 Minuten war es soweit, sie kam zu ihrem Einsatz für Paderborn. Im Gegenzug verließ Annegret Preiß den Platz.
Ohne die angestammte Standardschützin Annegret Preiß ging es weiter, als Vertreter wurde Milena Hachenburg ausgemacht.
Constanze Hanisch hätte in der 77. Minute nach einem Angriff über links ein weiteres Tor für ihr Team erzielen können, aber ihr Schuss traf nur den Pfosten.
Mit den Fingerspitzen kam Julia Wölfli noch an den Schuss, den Milena Hachenburg aus halblinker Position abgegeben hatte. Damit verhinderte die Torhüterin in der 78. Minute einen noch höheren Rückstand der Heimmannschaft.
Es gibt noch ein bisschen oben drauf! Die Nachspielzeit beträgt 1 Minute(n).
Die Begegnung endete 0 - 4.
Paderborn war in dieser Halbzeit das dominierende Team - die Spielerinnen brachten den Ballbesitz auf 61 Prozent.